Supermoto-Erdabschnitt: vom Asphalt in den Lehm
Supermoto
Redaktionell freigegebenZuletzt geprüft: 27.07.2026
Supermoto-Erdabschnitt: vom Asphalt in den Lehm
Eine "echte" Supermoto-Strecke fügt einem ansonsten asphaltierten Kartkurs einen Erdabschnitt hinzu - einen Sprung, eine lose Lehm- oder Schotterschleife, manchmal eine kleine Stufe. Dein Motorrad ist für griffigen Asphalt hart und tief eingestellt, was für die Erde genau falsch ist: auf losem Boden springt, prallt und verliert ein hartes, tiefes, asphaltlastiges Motorrad den Antrieb. Der Erdabschnitt erzwingt einen Kompromiss, denn was auch immer du für den Lehm weicher machst, nimmst du danach wieder mit auf den Asphalt.
Von der Asphalt-Basis weicher machen
Alles, was du für mehr Halt auf dem Asphalt getan hast (harte Druckstufe, harte Zugstufe, wenig Sag, abgesenkte Front), schadet dir in der Erde. Nimm einiges davon zurück
- Druckstufe, beide Enden: weicher. Öffne die Low-Speed-Druckstufe vorn und hinten, damit die Räder auf losem, unebenem Boden in Kontakt bleiben, statt darüber hinwegzurutschen. Das ist dieselbe "lass den Reifen der Oberfläche folgen"-Logik wie bei jedem Gelände-Setup.
- Zugstufe: langsamer (weniger Klicks heraus). Auf loser Erde lässt eine zu schnelle Zugstufe das Rad über Unebenheiten und bei Landungen springen und hüpfen. Verlangsame die Zugstufe etwas (zudrehen, weniger Klicks heraus), damit die Räder auf dem Losen ruhig und spurtreu bleiben. (Hinweis: das ist das Gegenteil eines Enduro-Motorrads auf nassen Wurzeln, denn hier ist der Feind das Springen bei Landungen und auf losem Boden, nicht das Packing (Federweg baut sich ab) über schnelles Wurzel-Rattern.)
- Reifendruck: deutlich niedriger. Senke den Druck weit unter deine Asphalt-Werte für eine größere Aufstandsfläche und mechanischen Grip im Lehm. Das ist der mit Abstand größte Erd-Grip-Hebel, genau wie bei jedem Geländemotorrad.
- Sag: mehr. Gib etwas mehr Fahrer-Sag als deine Asphalt-Zahl, damit der Hinterreifen sich in die Erde drückt und das Motorrad über dem Groben weniger nervös ist.
- Gabelüberstand: Front etwas anheben. Lass die Gabel etwas weniger durch die Brücken ragen als bei deiner schärfsten Asphalt-Einstellung (weniger Überstand, Front etwas höher) für etwas mehr Front-Höhe und Geradeauslaufstabilität über den Sprung und die lose Einfahrt, auf Kosten von etwas Asphalt-Einlenkschärfe.
- Hinteres Kettenrad: ein Zahn mehr. Ein Zahn größer hinten verkürzt die Übersetzung für Antrieb aus den langsamen, losen Erdkurven ohne abzusterben - nützlich, wo die Erdschleife einen engen Ausgang mit wenig Traktion hat.
Dann ist es zurück auf dem Asphalt ein Kompromiss
Alles oben tauscht etwas Asphalt-Performance gegen Überlebensfähigkeit in der Erde. Ein weicheres, höheres, länger übersetztes Motorrad mit niedrigerem Reifendruck fühlt sich auf den Asphaltabschnitten etwas schwammiger und weniger messerscharf an. So ist der Deal auf einer gemischten Strecke: du stellst für den Teil der Runde ein, der dir am meisten wehtut, und fährst um den Kompromiss herum auf dem Teil, den du bewältigen kannst. Ist der Erdabschnitt kurz und einfach, tendiere zum Asphalt; ist er lang, grob oder entscheidend für die Rundenzeit, tendiere zur Erde.
Ändere immer nur eine Sache und fahre eine ganze Runde - Asphalt und Erde - bevor du urteilst.
Quellen: übliche Supermoto-Erdabschnitt-Praxis (SupermotoJunkie-Setup-Threads); Supermoto-Übersetzungsguides (supermoto.co.uk); Gelände-Reifendruck- und Sag-Praxis (MXA); LAISA supermoto-setup-guide / supermoto-kart-track-guide / gearing-guide.
Startpunkt, keine Sicherheitsgarantie - immer selbst testen.
Quellen
Standard supermoto dirt-section practice (SupermotoJunkie setup threads); supermoto gearing guides (supermoto.co.uk); off-road tyre-pressure and sag practice (MXA); LAISA supermoto-setup-guide / supermoto-kart-track-guide / gearing-guide
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